Einer der größten Vorteile von Linuxmaschinen ist die Möglichkeit ganz schnell per Remotekonsole auf diese zugreifen zu können. Dies geschieht meist via SSH (Secure SHell) und muss auch nicht erst großartig installiert werden, da es bei den meisten Distributionen schlichtweg zum guten Ton gehört. SSH läuft einfach über eine Konsole, welche man am lokalen Rechner öffnet, einen Befehl eingibt und schon ist man – wenn man die Berechtigung hat – auf einem ganz anderen Rechner.
Hat man nun ein Netzwerk mit mehreren Linuxmaschinen zu betreuen, so kommt man nicht ohne dieses kleine aber sehr mächtige Tool aus. Aber gerade in größeren Netzwerken kann dies auch zu kleineren Rätselrunden führen. Welche IP hatte diese Maschine noch gleich? Und auf welchem Port lauscht SSH bei der hier? Klar, der Standardport für SSH ist 22, aber mal ganz ehrlich, wer nutzt den? Aus Sicherheitsgründen sollte der SSH-Port schon bei der Installation auf einen anderen im höheren Segment umgelegt sein. Irgendwas im Bereich 20134 oder so. Um nun auf einen Linuxrechner per SSH zugreifen zu können gibt man in die Konsole den Befehl zusammen mit Username, IP den entfernten Rechners und Port ein. Sieht dann etwa so aus:
1 | ssh -p 2234 testuser@192.168.1.123 |
Hier stellt man eine Verbindung auf einen Rechner mit der IP 192.168.1.123 her. Dieser Rechner lauscht auf Port 2234 und der User heißt testuser.
Zurück zu den größeren Netzwerken. Bei ein oder zwei Rechnern kann man sich diese Daten noch merken, aber wenn es mehr werden, muss man sich diese irgendwie notieren. Zum Glück bietet SSH auch hierbei etwas Hilfe. Man kann die Daten in einer Konfigurationsdatei hinterlegen.
NAME
ssh_config — OpenSSH SSH client configuration files
SYNOPSIS
~/.ssh/config
/etc/ssh/ssh_config
DESCRIPTION
ssh(1) obtains configuration data from the following sources in the following order:
1. command-line options
2. user’s configuration file (~/.ssh/config)
3. system-wide configuration file (/etc/ssh/ssh_config)
In dieser Datei werden also sämtliche Informationen abgelegt. Also IP-Adresse, SSH-Port und SSH Nutzer. der Aufbau dieser Datei ist dabei denkbar einfach. Auch kann man zu jedem entfernten Rechner einen eigenen Namen hinterlegen, der nicht zwangsläufig der Name des Rechners sein muss. Hier ein Beispiel.
1 2 3 4 | Host rechner_01 hostname 192.168.1.123 user testuser Port 2234 |
Diese Konfiguration entspricht dem obrigen SSH-Aufruf, nur mit einer kleinen Änderung.
1 | ssh rechner_01 |
Dies ist nun völlig ausreichend. Hierbei wird die Verbindung zu rechner_01, dessen IP die 192.168.1.123 ist auf Port 2234 hergestellt. Dabei wird der Nutzername testuser verwendet.
Nun könnte man sich fragen, wo da nun der Vorteil liegt. Eigentlich sollte dieser ersichtlich sein. Gehen wir zurück zu unserem Netzwerk. Tragt die Daten der einzelnen Rechner in diese Datei ein, gebt den Rechner dabei gleich Namen, die ihr euch merken könnt und der Spaß kann beginnen. Ist doch ganz einfach, oder?
In diesem Sinne …






Klasse Tipp! So muss ich mir nicht mehr die letzten ssh-Anweisungen mit [ctrl]+r ssh zurückholen und verwende zukünftig einfach leicht zu merkende Kurznamen.
Hi realloc,
Einstellungen sind in der Datei noch ne Menge mehr möglich, als hier beschrieben. Also so nette Spielereien wie Portmapping und so weiter aber alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Was alles möglich ist, findet sich in der Man-Page.
Danke für den Tipp. Alternativ kann man die lange ssh Anweisung auch als “alias” definieren.